Juni 2025
Text: Alexandra Hörtler; Fotos: Bernhard Schober

Nach der Auflösung des „Kapsch Museums“ im Nebengebäude des Firmensitzes in Wien sollte eine Auswahl der Exponate in das Foyer integriert werden. In diesem Zuge wurde das Foyer von uns vollständig neugestaltet. Dies erforderte eine Neukuratierung sowie eine thematisch und räumlich durchdachte Neuordnung der Ausstellungsstücke. Ziel war es, die über 130-jährige Unternehmensgeschichte von Kapsch anschaulich und zeitgemäß zu präsentieren.
Ausstellungskonzept
Das Foyer erfüllt mehrere Funktionen: Es dient als erster Ankunftsort für Geschäftspartner·innen und Bewerber·innen sowie als Aufenthaltsbereich für Mitarbeiter·innen. Unser Ausstellungskonzept wurde daher gezielt auf die Zielgruppen Kund·innen und Mitarbeiter·innen sowie auf deren in der Regel kurze Verweildauer ausgerichtet. Zentrales Element des Konzepts ist die Reduktion: Inhalte und Exponate werden bewusst ausgewählt und auf das Wesentliche konzentriert. Objekttexte erscheinen in verkürzter analoger Form, weiterführende Informationen sind über QR-Codes digital abrufbar. Ziel ist eine prägnante, klar strukturierte Präsentation mit plakativer, gut lesbarer Gestaltung, die eine schnelle Orientierung ermöglicht und zugleich einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.
Farb- und Materialkonzept
Die Primärfarbe Gelb ist seit vielen Jahren ein zentrales Element des Kapsch-Unternehmensauftritts und trägt maßgeblich zur hohen Wiedererkennbarkeit der Marke bei. Im Ausstellungskonzept wird diese charakteristische CI-Farbe zeitgemäß interpretiert und mit einer Akzentfarbe (Grün) kombiniert. So entsteht ein moderner, zugleich markenkonformer Gesamteindruck.
Exponatpräsentation
Die Ausstellung vereint sehr unterschiedliche historische Exponate – vom Telegrafen über Radio und Fernseher bis hin zum Telefon – und macht so sowohl die technologische Entwicklung als auch die Unternehmensgeschichte von Kapsch erlebbar. Die Objekte werden auf transluzenten Sockeln aus gelb getöntem Acrylglas inszeniert. Beschriftungen in Form von Plottbuchstaben, teils über Eck platziert, erzeugen räumliche Dynamik und stärken die gestalterische Verbindung zwischen Exponaten und Raum.
Innenausstattung & Meetingspace
Die Innenraumgestaltung kombiniert technische und wohnliche Elemente. Stoffbezogene Wandelemente schaffen einen bewussten Materialkontrast und tragen gleichzeitig zur Optimierung der Raumakustik bei. Ergänzt wird das Konzept durch ausgewählte Möbel von Johanson Design sowie Pflanzen, die eine einladende und funktionale Atmosphäre erzeugen.
Medienstation „Digitales Buch“
Die Familien- und Unternehmensgeschichte von Kapsch – von der Geburt des Firmengründers Johann Kapsch im Jahr 1845 bis in die Gegenwart – wird in Form eines digitalen Buches vermittelt. Angelehnt an das Medium Zeitung verändert sich das visuelle Erscheinungsbild der Seiten im Verlauf der Erzählung und passt sich den jeweiligen historischen Zeitabschnitten an. Animierte Bilder und Texte lassen die Inhalte lebendig werden. Eine Kamera erkennt das Umblättern der Seiten und projiziert den passenden digitalen Inhalt passgenau – für ein interaktives und immersives Erlebnis.
Nachhaltigkeit
Das Ausstellungskonzept folgt konsequent dem Prinzip der Ressourcenschonung und Wiederverwendung. Bestehende Sockel aus dem aufgelösten Museum wurden erneut eingesetzt, ebenso der vorhandene Tresen, der optisch überarbeitet und um eine integrierte Garderobe ergänzt wurde. Ein hochwertiges Neonröhren-Logo (Bestand) fand in der Ganggestaltung einen neuen Standort.
Der Materialeinsatz wurde sowohl konstruktiv als auch gestalterisch bewusst reduziert. Zum Einsatz kommt ausschließlich langlebiges, hochwertiges Mobiliar, das langfristig nutzbar ist. Erweiterung Auf Wunsch der Geschäftsführung wird die Ausstellung in den kommenden Monaten um den Bereich „Gegenwart“ erweitert. Dem bestehenden Gestaltungskonzept folgend werden dort aktuelle Innovationen des Unternehmens präsentiert.
Planungsphase: 8 Monate | Leistungsphasen: LPH 1–7 | Fertigstellung: Juni 2025 | Fläche: 290 m² | Auftraggeber: Kapsch TrafficCom AG
