April 2022

Wettbewerbsteilnahme

Text: Alexandra Hörtler; Fotos: Valentiny hvp architects

Auf Anfrage des Luxemburger Architekturbüros Valentiny hvp architects wurde von uns ein szenografisches Konzept für den Luxemburg Pavillon für die Weltausstellung Expo 2025 in Osaka, Kansai (Japan) unter dem Motto „Designing Future Society For Our Lives“ entwickelt. 

Anforderungen

Das geforderte Konzept sollte die Vielfalt Luxemburgs in allen Bereichen widerspiegeln – sei es in seiner Kultur oder im wirtschaftlichen und sozialen Gefüge. Ein unverzichtbares Element des Storytellings sollte die Kreislaufwirtschaft bilden. Gelebte Kreislaufwirtschaft sollte sowohl in der Architektur als auch in der Szenografie der Ausstellung eine wesentliche Rolle spielen.

Szenografisches Konzept

Gemäß dem Slogan „Luxembourg, Let´s make it happen“ wurde die Ausstellung auf zwei inhaltliche Säulen aufgebaut – der Kreislaufwirtschaft und dem ursprünglichen Gedanken der Expo – Innovationen und Entwicklungen einem Weltpublikum vorzustellen. Das szenografische Konzept verschränkt analoge und digitale Vermittlung, immer im Kontext der Architektur und mit Bezug zum Gastgeberland. Mit einem inhaltlichen und architektonischen Konzept, das Besucher*innen jeder Nation ganz unmittelbar erfahren können, hinterlässt der Luxemburg Pavillon durch seine Architektur als unser mutiges und innovatives Ausstellungskonzept einen bleibenden Eindruck. Um die Kreislaufwirtschaft konsequent und nachhaltig umzusetzen, wurde der Einsatz von technischen Geräte und Einbauten im Ausstellungskonzept auf ein Minimum reduziert. Die Idee lag darin, die Technik (Smartphones/Tablets), die die Besucher*innen bereits mitbringen, zum Einsatz zu bringen.

Die Szenografie zielt auf eine Verschränkung zwischen Ausstellung und Architektur ab. So werden bei den Installationen die gleichen Materialen – Lehm, Stahl und Glas verwendet. Bereits im Außenbereich wird die Verschränkung sichtbar. Eine „neugedachte“ (rethink) Brücke aus einem Stahlnetz entspringt der Architektur und bildet ein zentrales Symbol des Kreislaufes. Die Brücke referenziert nochmals auf das Verbindende (Connecting Lives) und auf Luxemburg. Auf 15 Meter Höhe betreten die Besucher*innen die Brücke und bekommen so einen anderen Blick auf den Pavillon und das Expo-Gelände. Neben der sich vom Dach nach unten, in einem Kreis drehenden Brücke aus Stahlnetzen, wird es in den Außenbereichen Sitz-Netze geben, in denen die Besucher*innen zwischen der mit Moos begrünten Bereiche Erholung und Kontemplation finden können. Wir möchten damit dem durchwegs regen Treiben der Expo etwas entgegen wirken und einen Moment der Ruhe und Entspannung bieten. Das für die Netze gewählte Material – Stahl – entspricht wieder dem Gedanken unsers Konzepts - Nachhaltigkeit und Reduktion.

Architektur & Materialität

Die Topographie von Luxemburg Stadt zeichnet sich durch seine Plateaus und Täler aus. Eine essentielle Bedeutung fällt den Brücken der Hauptstadt zu, die die Plateaus untereinander verbinden und die Topographie überwinden. Das architektonische Konzept des Luxemburgischen Pavillons 2025 für Osaka greift die Themen dieser einzigartigen Stadttopographie und der verbindenden Brücken auf und interpretiert sie als modulares System neu. Angelehnt an die Bauweise eines traditionellen japanischen Wohnhauses leitet sich das Grundflächenmaß der Räume von der Größe von Tatami Matten ab. Das vom Architekturbüro Valentiny vorgeschlagene Raumgefüge entsteht aus der Verschränkung von Programm und Urbanismus. Auch In der Materialwahl folgt das architektonische Konzept den nationalen Identitäten. Während die tragenden Module als Stahlträgersystem konzipiert wurden, setzt sich die schuppenartige Fassade aus leicht versetzt zueinander stehenden Lehmelementen zusammen. So präsentiert sich die Fassade als auch der gesamte Innenraum in Lehm – ein ökologisch nachhaltig, intelligent und ästhetische ansprechender Traditionswerkstoff.

Wettbewerbsteilnahme: April 2022 | Auftraggeber: Ministerium für Wirtschaft, Luxemburg | Architektur: Valentiny hvp achitects

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